Die Adventisten und der Dominionismus Teil 2. (Rolf Wiesenhütter)

(Quelle: Rolf Wiesenhütter www.irrglaube-und-wahrheit.ch)

Auszug aus dem Buch: “Der Adventismus in der Falle des Antichristen”

Die Adventisten und der Dominionismus

In den Versuchen, mit den Leitungsebenen der Adventbewegung ins Gespräch zu kommen, wurde regelmäßig nicht auf die Sache eingegangen. Lediglich die Aussage, man würde adventistische Lehraussagen nicht verwerfen, wurde mehrfach hervorgehoben.

Anhand der Ausführungen zum Islam wird deutlich, dass man diese Behauptung bezweifeln muss. Der Dominionismus, der davon ausgeht, dass es biblischer Auftrag sei, das Reich Gottes im Jetzt zu errichten und dies sowohl mit Nichtgläubigen, als auch mit Vertretern anderer Religionen umzusetzen, findet seinen Niederschlag im Islamengagement. Wer aufmerksam die Zeitschrift “Adventisten heute” liest, kommt nicht umhin festzustellen, dass immer häufiger Artikel erscheinen, welche die gesellschaftliche Relevanz bzw. Gesellschaftstransformation zum Anliegen haben bzw. machen. Ebenso finden wir dies in den Texten der Lektionshefte, sowohl in der deutschen Lektion wie in der Weltfeldausgabe. So kann man in der deutschen Ausgabe 4/2012 unter der Überschrift “Alles wird gut” feststellen, wie der Schwerpunkt von der Heilsrelevanz hin zum “Einsatz für eine bessere Gesellschaft” verschoben wird. Nimmt man die zusätzlichen “Infos und Vorschläge für Gesprächsleiter” für die letzte Woche des Quartals 2012 zur Hand, findet sich diese Tendenz des offiziellen Lektionsheftes bestätigt, da inhaltlich der Schwerpunkt eindeutig auf ein Friedensreich vor der Wiederkunft gelegt wird.

one-in-compassion

Getreu dem Motto: Das Reich Gottes wird nicht erst bei der Wiederkunft aufgerichtet, sondern “wir bauen Reich Gottes” schon im Hier & Jetzt. Damit wird die Wiederkunft Jesu als die Krönung eines allmählichen “Hineinwachsens in das Reich Gottes” definiert. Die Aufforderung dieser Lektion ist eindeutig: Der Leser wird aufgefordert, anstatt sich für die Hinwendung zu Jesus Christus stark zu machen, sich für eine bessere Gesellschaft einzusetzen. Das Reich Gottes wird vor die Erlösung gestellt. Wie schon erwähnt, richtet sich die Gemeindewachstumsbewegung vorwiegend an Jugendliche und junge Erwachsene. Wie weitreichend der Adventismus bereits vom Dominionismus unterwandert ist und welche Zielgruppe angesprochen wird, ist ersichtlich aus der Gebetslesung für Jugendliche 2013. Unter dem Titel “Was wirklich zählt – Mitgefühl und Gerechtigkeit für alle” wird einerseits der Sabbat torpediert, der ansonsten fast der Mittelpunkt adventistischer Identität ist. Andererseits wird das soziale Engagement beschworen. So heißt es im Lesungstext unter anderem:

“Ihr Mitgefühl und Engagement könnten die Jugendlichen ausdrücken und sich für Gerechtigkeit einsetzen, indem sie an diesem Aktionstag (ein Sabbat) Kinder und Erwachsene in Krankenhäusern, Senioren in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Flüchtlinge in Asylbewerberheimen besuchten, so die adventistische Weltjugendleitung. Die Jugendlichen könnten auch Obdachlose mit Sandwiches versorgen, an Tafeln bei der Essensausgabe mithelfen oder bei Blutspenden-aktionen mitmachen. Der öffentliche Lebensraum könnte aufgewertet werden, indem man Müll sammle oder Blumen pflanze. Die Jugendlichen sollten aber auch durch das Sammeln von Informationen über gerechte und ungerechte Produktionsweisen ihr Konsumverhalten überdenken und anschließend kritische Briefe an Firmenleitungen schreiben.”(141)

Es wird explizit darauf hingewiesen, dass man dies anstelle des Gottesdienstbesuches tun solle.(142) Man fragt sich vielleicht erstaunt, warum ausgerechnet zum Blutspenden aufgefordert wird? Weil es im Dominionismus um das “inkarnatorische Prinzip” geht. Dieses besagt, dass die Christen “Fleisch werden sollen in die Gesellschaft hinein” wie auch Christus “Fleisch wurde”. Bei diesem Denkansatz wird der Bote buchstäblich zur Botschaft. Daher auch der mehr als geschmacklose Vorschlag, Blut zu spenden, da Jesus ja auch sein Blut für uns Menschen gegeben habe! Bei diesem Ansatz geht es nicht um Bekehrung, sondern um TRANSFORMATION. Der Dominionismus als Bestandteil der Emerging Church – Bewegung ist bestrebt, eine sozialpolitische Revolution überall wo möglich, in Gang zu setzen. Sie verwendet dazu eine Begrifflichkeit, die sich “Change-Agents” nennt, und die bereits im adventistischen Jargon ihren Durchschlag findet. So kann man bereits in amerikanischen Publikationen lesen:

“The official date for the Youth Week of Prayer is March 16-23. March 16th is the Global Youth Day. Events on this day will culminate in the launch of the Week of Prayer in the evening. This year’s Junior/Teen Week of Prayer reading guide is set in an imaginary Junior/Teen group called “The Change Agents.” They are hoping to be Jesus’ agents for change in the world. Each reading over the eight days of Week of Prayer is another “weekly” meeting in the Change Agents Group. You will get to enjoy their discussion and will perhaps be inspired to start a Change Agents Group of your own.
(Übers. Autor: “Der offizielle Termin für die Jugend Gebetswoche ist der 16. bis 23. März. 16. März ist der Global Youth Day. Das Event an diesem Tag wird in der Einführung der Gebetswoche am Abend gipfeln. Für die diesjährige Junior/Teen Gebetswoche lesen Sie den Leitfaden zur Gründung einer imaginären Junior/Teen Gruppe mit dem Namen “Der Change Agent.” Wir hoffen, dass Jesus Agenten für den Wandel in der Welt zurüstet. Zu jeder Lesung über die acht Tage der Gebetswoche gehört ein wöchentliches Treffen in der “Change Agents” Gruppe. Wir hoffen, sie genießen ihre Diskussion und werden vielleicht inspiriert, eine eigene “Change Agents” Gruppe zu starten.”(143)

Adventisten haben es immer als zu ihrem Auftrag gehörig empfunden, sich um die Nöte ihrer Mitmenschen zu kümmern. Von ADRA bis zum Singen im Krankenhaus am Sabbat-nachmittag. Die in den neuen Initiativen vorgeschlagenen Sozialprojekte sind jedoch von einer ganz anderen Qualität; sie sind sozialpolitischer Natur. Demonstrieren gegen den Hunger in der Welt, “Sammeln von Informationen über gerechte und ungerechte Produktionsweisen, um das eigene Konsumverhalten zu überdenken und anschließend kritische Briefe an Firmenleitungen zu schreiben” usw. usf. Schaut man auf die deutschsprachige Seite zum “One in Compassion-Day” (Google-Stichwort: “Adventjugend – Projekte – “One in Compassion”), stößt man ebenfalls auf Schlagworte aus der Emerging Curch – Szene: “be church”, “authentisches Christsein”, GGE, “betend spazieren” (die EC ist post-charismatisch, d.h. charismatische Elemente gehen in der neuen Bewegung auf),

Leider ist “One in Compassion” kein Einzelfall. In den letzten Jahren sprießen Initiativen dieser Art wie Pilze aus dem Boden. Martin Erdmann, Dominionismus-Kritiker und Autor von “Der Griff zur Macht”, schrieb kürzlich in einer Mail: “Es fehlt an allen Ecken und Enden an geistlichem Durchblick, am Wissen über geistesgeschichtliche und kirchengeschichtliche Zusammenhänge, an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Argumenten gegen die Kirchen- und Gesellschaftstransformation. Wir leben in einer Zeit der Revolution in allen Bereichen des Lebens; und das führt letztlich zur Destruktion. Die Menschen werden einfach über die Massenmedien und in den Schulen und Universitäten, und nicht zuletzt in den Kirchen, in ihrem Denken manipuliert.” Warum sind die Adventisten in diesem Zusammenhang interessant? Weil die Adventbewegung ein weltweites Erziehungs- und Bildungssystem aufzuweisen hat, dass als ein ideales Netzwerk an “Operationsbasen” genutzt werden kann. Die Wirkkraft des Evangeliums liegt nach dem Dominionismus in der sozialen Aktion … nicht etwa in dem, was Jesus für uns vollbracht hat! “Sei die Predigt – lebe das Evangelium.” ist der eigentliche Wirkfaktor. So wird das Evangelium mehr oder weniger zur Selbsterlösung.(144)


S.Schad

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Die Adventisten und der Dominionismus Teil 1. (Rolf Wiesenhütter)

(Quelle: Rolf Wiesenhütter www.irrglaube-und-wahrheit.ch)

Der Domionismus hat auch in den STA Eingang gefunden. Daher habe ich darüber auch im Buch “Der Adventismus in der Falle des Antichristen” geschrieben. Hier zwei Auszüge:

Der Dominionismus
Mit dem Dominionismus macht sich eine weitere Irrlehre innerhalb der Emerging – Church breit. Die hier anzutreffende Verfälschung des biblischen Evangeliums ist eine verkehrte Lehre vom „Königreich Gottes“. Sie gehört zu den grundlegenden Kenn-zeichen der ganzen Emerging-Church-Bewegung und begegnet uns fast überall in ihren Verlautbarungen. Dabei spielen Einflüsse des in der Charismatischen Bewegung verbreiteten Dominionismus eine Rolle, aber auch die Lehren gewisser Theologen wie Dallas Willard und N. T. Wright. Gibbs und Bolger schreiben:
„Die Emerging Churches machen sich, gestützt auf das Werk von N. T. Wright, das Evangelium des Königreiches zu eigen, wie es in Mk 1,15-16 offenbart wird. Zu Beginn der Erzählung des Evangeliums war die gute Nachricht nicht, dass Jesus am Kreuz sterben würde, um unsere Sünden zu vergeben, sondern dass Gott zurückgekehrt war und alle eingeladen waren, mit ihm an diesem neuen Lebensstil teilzuhaben, dieser Erlösung der Welt. Dieses Evangelium sucht die Emerging Church wiederzugewinnen.

Ein Führer vertraute uns an: “Wir haben uns vollkommen neu programmiert, um die gute Nachricht als ein Mittel zu einem Zweck anzuerkennen – dass das Königreich Gottes hier ist. (…) Wir verabschieden das Kreuz nicht; es ist immer noch ein zentraler Bestandteil. Aber die gute Nachricht ist nicht, dass er starb, sondern dass das Königreich gekommen ist’“(54).

nt-wrightN.T. Wright

Damit bietet der Dominionismus einen Weg in das Königreich anstatt in den Himmel. Darüber hinaus wird das Königreich als gegenwärtiges anstatt zukünftiges Königreich dargestellt.
“Im Verständnis der Emerging Church umfasst das „gegenwärtige Königreich Gottes“ grundsätzlich die ganze Welt, auch die Ungläubigen, sowie die anderen Religionen. Gott sei angeblich gegenwärtig „erlösend“ und „befreiend“ tätig, wirke in der Kultur und Gesellschaft, um Sein Königreich zu verwirklichen. Die Gemeinde sei berufen, bei diesem erlösenden Werk mitzuarbeiten durch erlösendes Handeln, d. h. in erster Linie durch Eintreten für Kunst und Kultur, für die Selbstverwirklichung der Menschen, für sozialpolitische Anliegen, für den Weltfrieden und für den Umweltschutz. Die Gemeinde müsse dem Königreich Gottes dienen und sich so umgestalten, dass sie ganz für das Königreich Gottes da sei. Es gehe um soziale Gerechtigkeit und eine „Transformation“ der Welt. Das wird auch als „Identifikation mit dem Leben von Jesus“ bezeichnet. Emerging Churches demontieren alle Vorstellungen von Gemeinde, die das Werk des Königreiches hindern. „Zuerst und vor allem anderen kommt das Königreich, und die Gemeinde folgt dem. (…) Emerging-Churches stellen diese Sichtweise so dar, dass das Königreich vor der Gemeinde kommt. Sie sind auf die Annahme gebaut, dass die Mission, die Gott seiner Gemeinde anvertraut hat, darauf ausgerichtet ist, das Königreich zu verwirklichen, indem sie für Gott verfügbar ist und auf die Führung des Heiligen Geistes antwortet. Die Betonung des ‚Evangeliums des Reiches’ im Unterschied zum ‚Evangelium der Errettung’ durch die Emerging-Churches hat eine neue Lehre von der Kirche hervorgebracht.“(55)
Die Vertreter der Emerging – Church stellen damit eindeutig das von Paulus verkündigte Evangelium der Gnade auf die Seite. Es wird geringgeschätzt und häufig sogar als einseitig oder verkürzt verworfen. Zum Synkretismus kommt damit auch noch die Sünde der Häresie, da durch den Dominionismus das Wort Gottes verlassen wird und selbstgewählte Anschauungen in den Vordergrund treten. Das emergente Falschevangelium vom „gegenwärtigen Königreich“ verfälscht die biblische Wahrheit in mehreren entscheidenden Punkten, weil es sich
– angeblich auf die ganze Welt erstreckt und damit auch auf die gottlose Kultur, auf die Ungläubigen, die New – Age – Bewegung, auf alle Religionen, sowie auf Politik und Wirtschaft.
– Es verleugnet die klare biblische Botschaft, dass das Gericht Gottes über die gottlose Welt kommen wird.
– Ohne Buße und rettenden Glauben kann sich jeder daran beteiligen, das jetzt entstehende Reich Gottes zu bauen. Es werden Ungläubige ausdrücklich aufgefordert, mitzumachen und an der Verbesserung der Welt zu arbeiten. Licht und Finsternis werden einfach ausgeblendet.
– Die Emerging Church stellt dieses Reich auch als eine politisch-gesellschaftliche Revolution dar, als Verwirklichung von Friede und Gerechtigkeit in dieser Welt schon jetzt. Dabei sind sie offen für Zusammenarbeit mit allen möglichen weltlichen gesellschaftlich-politischen Gruppen – z. B. mit Buddhisten, Marxisten, New Agern. Charakteristisch ist die offene Bewunderung von Martin Luther King, der sozialistisch gesinnt war und das biblische Evangelium verleugnete, sowie des Hindustan Gandhi und seiner „jesusähnlichen“ gewaltlosen Widerstandsbewegung.(56)
– Das propagierte Reich Gottes ist eine heidnische Fälschung. Die Bibel spricht davon, dass vor der Wiederkunft Christi das Reich des Antichristen aufgerichtet werden muss. Das Markenzeichen des Antichristen ist sein christlich – menschenfreundlicher Schein. Tatsächlich wird dieses Reich aber pseudochristlich gegen den wahren Gott gebaut.
“Der Dominionismus hat mittlerweile große Teile der Evangelikalen erreicht und hat inzwischen die Charismatiker völlig durchseucht. Zu den populärsten Vertretern der dominionistischen Szene in der Charismatik, die mit ihren Lehren in Form von Büchern oder Konferenzen in Deutschland Fuß gefasst haben, gehören Rick Joyner (Morning Star Ministries), C. Peter Wagner (NAR/USAR), Cindy Jacobs (Generals International), Bill Hamon (Christian International Ministries Network), Dutch Sheets (NAR/USAR), Ed Silvoso (Harvest Evangelism), Che Ahn und Lou Engle (The Call), Loren Cunningham (Jugend mit einer Mission), Bob Jones und Paul Cain (Kansas City-Propheten) sowie Mike Bickle (Kansas City Fellowship/ IHOP).

Judas ermahnte die Empfänger seines Briefes für den „ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben“ (Judas 3) zu kämpfen. Der christliche Glaube hat seine Grenzen in dem überlieferten oder geoffenbarten Wort Gottes. Das Griechische macht sehr deutlich, dass der Glaube „ein für allemal“ (gr. hapax) in Form der Heiligen Schrift überliefert wurde und dass es darüber hinaus keine weiteren Offenbarungen mehr gibt. Der ein für allemal überlieferte Glaube stellt einen einmaligen, abgeschlossenen Vorgang dar und fand seinen Abschluss mit der Niederschrift der Offenbarung. Die sogenannten charismatischen Apostel und Propheten beharren jedoch auf der Behauptung, dass Gott ihnen über das geschriebene Wort Gottes hinaus „neue“ Offenbarungen, Visionen und Träume gibt. Die unzähligen falschen Prophetien sind ein hinreichender Beweis dafür, dass sie aus ihrem eigenen Herzen reden. In den vielen nichtssagenden und allgemein gehaltenen Weissagungen ist nichts enthalten, was Gottes Wort nicht schon sagt. Und letztlich warnte Jesus in seiner Endzeitrede vor falschen Propheten und Wunderwirkern und unterweist uns, auf die Früchte von Menschen zu achten, denn daran erkennt man wahre und falsche Propheten und Lehrer. Die angestrebte Verschmelzung der christlichen Gemeinde mit dem „Marktplatz“ im Allgemeinen und der Wirtschaft im Besonderen soll nach dominionistischer Lehre die Transformation der Erde ermöglichen. Nicht Christus schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde, sondern eine elitäre, vollmächtige Gemeinde – oder genauer gesagt, eine ganz besondere Elite von Aposteln und Propheten.”(57)
Letztlich ist der Dominionismus nicht mehr und nicht weniger als der gesamtevangelikale Weg zu globalem Einfluss in dieser Welt. Allerdings ist diesen Weltverbesserern nicht klar, dass wir als lebendige Christen nicht die Aufgabe haben, die Welt zu verbessern, sondern das Heil in Christus zu verkündigen. Die Versöhnung zwischen Gott und Mensch kann man nicht auf gesellschaftliche Strukturen übertragen.


S.Schad

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24.02 2015

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Neoevangelikalismus (Dr. Martin Erdmann)

(Quelle: Dr. Martin Erdmann www.veraxinstitut.ch)

Der Neoevangelikalismus hat seine Wurzeln in den USA. Die „Gospel Coalition”[1], ein Zusammenschluss von bekannten Theologen, Pastoren und engagierten Laien in Amerika, beabsichtigt, die ursprünglichen Ziele des Neoevangelikalismus wieder aufleben zu lassen. Collin Hansen berichtet auf dem „Christianity Today-Weblog“ als Teilnehmer der von Tim Keller und Donald A. Carson einberufenen ersten Konferenz[2] dieser Organisation an der „Trinity Evangelical Divinity School“ in Deerfield, Illinois Folgendes:

Wie Carson mir heute mitteilte, wäre es für diese Gruppe unmöglich gewesen, vor fünf Jahren zusammenzukommen. Denken Sie über diese Aussage, wie Sie möchten; es scheint sich etwas in der evangelikalen Bewegung zu tun. Die „Gospel Coalition” sucht nicht weniger zu erreichen, als zu dem theologischen Konsens zurückzukehren, dessen sich die evangelikale Bewegung in den Tagen des Neoevangelikalismus unter Leitung von Billy Graham, Carl Henry, Harold John Ockenga und vielen anderen erfreute.[3]

Die Organisatoren der Konferenz, zu denen auch Crawford Loritts, Phil Ryken, Mark Driscoll und John Piper gehörten, wenden sich mit diesem Anliegen hauptsächlich an reformierte Pastoren und Theologen, um diese auf ein neues Glaubensbekenntnis einzustimmen. Was bewog die neoevangelikalen Initiatoren vor mehr als fünfzig Jahren, diese neue Bewegung ins Leben zu rufen?

Ockenga_Graham v.l.n.r. Allan Emery, unbekannt, Ruth Graham, Billy Graham, Harold J. Ockenga

Harold John Ockenga (1905-1985) gilt als Vater des Neoevangelikalismus. Als einflussreicher Pastor der historischen „Park Street Congregational Church“[4] in Boston diente Ockenga über viele Jahre nebenberuflich in verschiedenen Leitungsgremien evangelikaler Werke in Nordamerika. So war er zum Beispiel der erste Vorsitzende der „National Association of Evangelicals”[5], die eine Zeitlang der konkurrenzfähigste Gegenpol zum ökumenischen Nationalen Rat der Kirchen war. Seiner Vorliebe, neue Wörter zu kreieren, verdanken wir den nun gängigen Begriff „Neoevangelikalismus”.

In dem Vorwort zu Harold Lindsells Buch The Battle for the Bible[6] (1976) beschreibt Ockenga kurz und bündig die Geschichte der Entstehung der sich vom konservativen Fundamentalismus in den Nachkriegsjahren loslösenden evangelikalen Bewegung Amerikas.

Der Neoevangelikalismus wurde 1948 ins Leben gerufen, als ich eine Festansprache im öffentlichen Auditorium der kalifornischen Stadt Pasadena hielt. Obgleich mir die Beipflichtung der theologischen Sichtweise des Fundamentalismus am Herzen lag, wies ich doch in der Rede seine Ekklesiologie [Lehre über die Gemeinde] und Sozialtheorie zurück. Der eindringliche Aufruf, den Separatismus zu Gunsten eines sozialen Engagements aufzugeben, traf auf zustimmende Resonanz unter vielen Evangelikalen […] Vom Fundamentalismus unterschied er [der Neoevangelikalismus] sich in seiner Entschlossenheit, an der aktuellen Debatte über theologische Themen mitzusprechen. Ein neuer Akzent wurde auf die Anwendung des Evangeliums in den Lebensbereichen der Soziologie, Politik und Ökonomie gelegt.[7]

In einer Presseverlautbarung gab Harold J. Ockenga 1957 zu verstehen, dass der neue Evangelikalismus im Vergleich zum Fundamentalismus seine Strategie geändert habe. Man lege nun keinen Wert mehr darauf, sich vom theologischen Liberalismus und seinen kirchlichen Vertretern durch die Gründung von neuen Denominationen und christlichen Institutionen zu distanzieren, sondern man beabsichtige, die etablierten Kirchen zu unterwandern. Er schrieb in Lindsells Buch weiter:

Seitdem ich das Motto „der neue Evangelikalismus” zum ersten Mal vor zehn Jahren bei einer Festansprache am Fuller Theological Seminary formuliert habe, haben sich die evangelikalen Kräfte in einer Frontorganisation gebündelt: Erstens gibt es die „National Association of Evangelicals”, die das Anliegen der Bewegung auf der Ebene der Gemeindeverbände vertritt; zweitens existiert die „World Evangelical Fellowship”, die die nationalen Vereinigungen in ungefähr 26 Ländern als Weltorganisation vertritt; drittens gibt es die neue apologetische Literatur, die diesen Standpunkt bekannt macht, der nun aus den Druckerpressen der großen Verlage, einschließlich Macmillan und Harpers, katapultiert wird; viertens existiert das Fuller Theological Seminary und andere evangelikale Seminare, die dem orthodoxen Christentum und einer sich daraus abgeleiteten Sozialphilosophie verpflichtet sind; fünftens gibt es die halbmonatliche Zeitschrift Christianity Today, um die Anliegen dieser Bewegung vorzutragen; sechstens steht uns der Evangelist Billy Graham als Befürworter der Überzeugungen und Ideale des neuen Evangelikalismus zur Seite, der die Massen anspricht.[8]

In einer weiteren Passage im Vorwort von The Battle for the Bible detaillierte Ockenga bündig die einzelnen Punkte des neoevangelikalen Programms:

Die Neoevangelikalen betonen die Umformulierung christlicher Theologie in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen der Zeit, die Wiederaufnahme theologischer Erörterungen [mit Liberalen und Katholiken], die Zurückeroberung denominationeller Führung und die erneute Untersuchung theologischer Probleme, wie die Urgeschichte der Menschheit, die Universalität der Sintflut, Gottes Methoden der Schöpfung und andere Themen.[9]

Bei verschiedenen Anlässen machte der Pastor der „Park Street Church“ deutlich, dass der Neoevangelikalismus als eine Bewegung organisiert ist. Die neoevangelikale Methode der Unterwanderung war höchst unkonventionell, erwies sich aber als patentes Mittel, um neue Lehren, die weit über die Glaubensgrundlage des traditionellen Christentums hinausgingen, in bestehende Gemeindeverbände, Seminare, Verlage und Missionsorganisationen einzuschleusen. Außerdem passte diese Strategie sehr gut zum Aufbau eines weiträumigen Kontaktnetzes. Die Mittel der Neoevangelikalen waren auf Täuschung angelegt. Pragmatisch lebten sie nach dem Grundsatz, dass der Zweck die Mittel der Unterwanderung heiligte.

 


[1]http://thegospelcoalition.org

[2] Bevor das Leitungsgremium der „Gospel Coalition” zirka 500 Theologen, Pastoren und Laien zur ersten Konferenz einlud, hatte es sich regelmäßig drei Jahre lang im Privaten getroffen, um die theologischen Grundsatzdokumente und die Zielsetzungen dieser Vereinigung abzufassen. Tim Keller und Donald A. Carson sind die maßgeblichen Verfasser dieser Dokumente.

http://blog.christianitytoday.com/ctliveblog/archives/2007/05/gospel_coalitio.html

[4]http://www.parkstreet.org/history

[5] Zu Deutsch: „Nationale Vereinigung der Evangelikalen”

[6] Harold Lindsell, The Battle for the Bible (Grand Rapids, MI: Zondervan, [1976] 1978). Zu Deutsch: „Der Kampf um die Bibel”

[7] Ebd., Vorwort.

[8] Ebd.; siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Harold_Ockenga

[9] Ebd., Vorwort.


S.Schad

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Kommentar (S.Schad) / Adventisten und die Transformationstheologie (Rolf Wiesenhütter)

Kommentar (S.Schad)

Wer jetzt glaubt, daß in dem nachfolgenden Artikel etwa ein Randphänomen beschrie-ben sein könnte, der irrt gewaltig … fragen Sie bitte einmal bei Ihrer Gemeindeleitung nach wie es um die Transformationstheologie bestellt ist … ich erlaube mir die Spekul-ation, daß das Gedruckse unüberhörbar und die Begründungen wortreich und unbib-lisch sein werden. Wie ich darauf komme? Wenn Sie vergegenwärtigt haben, daß alle Gemeinden, die zur Deutschen Evangelischen Allianz gehören bereits dieser (Gesell-schafts)-Transformationslehre auf ihren Leitungsebenen unterschiedlos anhängen, dann werden Sie die Beine unter die Arme nehmen (oder bereits genommen haben) und zu einer Gemeinde laufen, für die das sola scriptura noch gilt, die Allianz- und Ökumene-frei ist und in der das WORT GOTTES unbestritten das Zentrum ist.

Daß bereits in Randgruppen, wie der 7ten Tag Adventisten, die sich bis vor kurzer Zeit realtiv isoliert hatten, bereits die Irrlehre der Transformation eingedrungen ist, zeigt an daß der Mainstream der Evangelikalen bereits heillos durchseucht ist. Denn wäre da nicht, abgesehen von den freimaurerischen Wurzeln der STA, ein gewisser Konformi-tätsdruck durch den Eintritt der STA in die DEA, dann würde STA sicherlich wie bisher ein Dasein führen, das dem der Neuapostolen oder Zeugen Jehovas entspräche. Nachdem man sich jewdoch mit der Ökumene die man so heftig angefeindet hatte jetzt ins Hurenbett legt, ist man widerum einen Schritt weiter in den Aktionsplänen zur Weltverbesserung, dem Königreich im hier und heute. Der nacholgende Artikel ist ein Auszug aus dem Buch Der Adventismus in der Falle des Antichristen mit dem Untertitel Wie die Gemeindewachstumsbewegung den Evangelikalismus unterwa-ndert am Beispiel der Siebenten – Tags – Adventisten von Rolf Wiesenhütter(weitere Informationen und Leseproben sieh HIER)


Adventisten und die Transformationstheologie (Rolf Wiesenhütter)

(Quelle: Rolf Wiesenhütter http://der-adventismus-in-der-falle.npage.de)

Wie wir bisher gesehen haben, hat die Gemeindewachstumsbewegung in allen Teilbereichen Einfluss auf  die Adventbewegung genommen. Auffällig ist, dass im norddeutschen Verband zunehmend adventistische Prediger die Möglichkeit zur Promotion über die Unisa Universität in Südafrika wahrnehmen. Überraschend für mich war, dass einige der Promotionen von Prof. Dr. Johannes Reimer betreut wurden. Da ich selbst studiert habe, wurde mein Interesse dadurch geweckt, dass ich während des Studiums erfahren habe, welchen Einfluss die Überzeugungen der Hochschullehrer auf die Bewertung von Abschlussarbeiten haben. Meiner Neugier nachgehend recherchierte ich im Internet und fand mehrere Promotionsarbeiten adventistischer Prediger, die von Prof. Reimer promotet wurden. Fündig wurde ich vor allem bei Dr. Horst Sebastian, der aktuell in der Hansavereinigung (Hamburg, Schleswig Holstein und Mecklenburg – Vorpommern) Bezirkspastor für die sechs Gemeinden Lübeck, Bad Schwartau, Neustadt, Fehmarn, Ratzeburg und Mölln ist. Die Arbeit von Dr. Sebastian trägt die Überschrift “Mission als Mediation. Vermittlung und soziale Transformation als Aufgabe der Kirche.”(102)

In der Danksagung schreibt Dr. Sebastian Folgendes:

HoSeb

Dr. Sebastian Horst

 

Ich möchte meinem Promoter Prof. Dr. Johannes Reimer danken, der mit seinen Hinweisen und Ideen zur Umsetzung dieser Arbeit beigetragen hat und mir den missionstheologischen Raum der Theologie eröffnet hat.”(103)

 

Diesen Worten ist zu entnehmen, dass Reimer nicht nur begleitend, sondern auch inspirierend aktiv beteiligt war. Den Forschungsauftrag seiner Arbeit beschreibt Dr. Sebastian wie folgt:

“Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Beobachtung des gesellschaftlichen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland samt seiner sozialen und ökonomischen Risiken für weite Teile der Bevölkerung. Eine Antwort auf diesen Transformationsprozess ist seitens der evangelikalen Kirchen in Deutschland ausgeblieben. Die Frage nach der Verhältnisbestimmung zwischen sozialer Arbeit und Mission ist in der evangelikalen Bewegung zwar international breit diskutiert  worden, doch hat sie kaum Wirkung auf die Praxis der örtlichen Gemeinden in Deutschland gezeigt. Bearbeitet wird daher die Fragestellung, wie eine missionarisch orientierte Gemeinde in ihrem Sendungsauftrag Initiativen christlicher Sozialreformen umsetzen kann. Transformative und ganzheitliche Missionskonzepte haben bereits ein erweitertes Missionsverständnis hervorgebracht, welches die soziale Gerechtigkeit als missionarischen Auftrag mit einschließt. Die Frage stellt sich nun nach einem missions-theologischen Paradigma, welches praktisch in eine Kultur- und gesellschaftsrelevante Tätigkeit einer missionalen Gemeinde umgesetzt werden kann, durch die sie zu einem Träger einer christlich geprägten Sozialreform wird. Das Paradigma, das hierfür erar-beitet und missionstheologisch gedeutet wird, ist das der Mediation. Sie offenbart in ihrem Wesen zum einen den Konflikt als anthropologische Konstante und somit die Distanz zu Gott und zum anderen die Heilsabsicht Gottes, die sich im Missionsauftrag an die Gemeinde widerspiegelt. So stellt sich die Mediation als Kategorie der missio dei dar. Die konkrete Umsetzung dieses Paradigmas in eine die Gesellschaft gestaltende Arbeit gelingt durch die Hinzuziehung des Arbeitsprinzips der Gemeinwesenarbeit aus der Sozialarbeits-wissenschaft. In Form einer mediativ – gemeinwesenorien-tierten Arbeit gibt sie einer missional ausgerichteten Gemeinde die Mög-lichkeit ihren Sendungsauftrag mit einem umfassenden Heilsverständnis umzusetzen. Dabei steht der unmittelbare Sozialraum der lokalen Kirchen-gemeinde im Fokus des Interesses, in dem geistliche, persönliche, soziale kulturelle und ökonomische transformative Prozesse eingeleitet werden können. Bezugnehmend auf den Kontext der Bundesrepublik Deutschland erweist sich diese Art den Sendungsauftrag umzusetzen als hoffnungs-trächtig, da die sozialen und ökonomischen Risiken in Zukunft weiter be-stehen werden und ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung bereits als sozial ausgegrenzt ist. Hier gibt insbesondere die Gemeinwesenökonomie Anhaltspunkte, wie eine mediativ – gemeinwesenorien-tierte missionale Ge-meinde in ihrem Sozialraum den Heilswillen Gottes verkündigen kann.”(104)

 ProfJohReiProf. Dr. Johannes Reimer

Der Ansatz ist, auch wenn er integrativ formuliert wird, eindeutig. Der Einstieg in die Emerging-Church Ideologie ist unübersehbar. Die Transformation des theologischen Denkens ist eingeleitet, wenngleich auch vorsichtig formuliert. Die erklärte Zielsetzung nach Prof. Reimer ist allerdings nicht eine Intensivierung der Sozialarbeit innerhalb evangelistischer Arbeit. Darüber bräuchte die Adventbewegung nicht nachzudenken, denn seit der Gründung der Bewegung ist Sozial- und Gesundheitswesen elementares Selbstverständnis, dass sich von allen anderen evangelikalen Denominationen deutlich positiv absetzt. Die Saat, die hier durch den Einfluss von Reimer gesät wird, ist der Einstieg in eine völlig neue Missiologie, die das evangelistisch – missionarische Bemühen nicht mehr in der Relevanz der Hinführung des einzelnen Menschen zum Heilsgeschehen durch Jesus Christus sieht, sondern in der Ablösung davon und der Hinwendung zu sozialen Projekten, durch die ganze Nationen gewonnen werden sollen. Damit ist definitiv die Abkehr von Gottes Wort verbunden, denn der Missionsauftrag in den biblischen Missionsbefehlen lautet, dass man hingehen und zu Jüngern machen soll.

Matth. 28; 19-20: Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.”

 

Der Schwerpunkt im Missionsbefehl liegt eindeutig auf der Aussage: “Lehret sie, was ich euch befohlen habe.” Es gibt überhaupt keinen Grund, irgendetwas anderes zu lehren. Damit ist unabdingbar die persönliche Beziehung zum Messias, Jesus Christus verbunden. Wer das ausschließt, kann möglicherweise in Zukunft Gigagemeinden gründen und Einnahmen erhöhen, gleichzeitig kann man aber davon ausgehen, dass diese Gemeinden nicht aus Christen, sondern aus Weltverbesserern bestehen. Aus meiner Sicht ist dies für lebendige Christen eine sinnlose Ideologie, denn das gesamte, im Wort Gottes offenbarte Endzeitgeschehen führt uns doch vor Augen, dass diese gefallene Welt nicht verbesserungsfähig ist, sondern dem Verfall preisgegeben.

 

Die Auseinandersetzung mit der Arbeit von Dr. Sebastian ist zweifelsohne spannend. Man kann sie durchaus als Quantensprung bezeichnen. Gleichzeitig aber stellt sich aus theologischer Sicht die Frage, inwieweit die Thematik sozialer Gerechtigkeit im Jahr 2013 die heilsgeschichtliche Verkündigung, also die Theologie vom Kreuz derart beeinflussen kann, dass letztlich eine vollkommene Neuorientierung in Bezug auf die evangelistische Verkündigung erfolgen muss, oder ob die gesellschaftsrelevanten Veränderungen der Neuzeit durch Integration in das “Alte Evangelium” nicht von einer bibeltreuen Verkündigung wegführen. Dr. Sebastian will Spielräume aufzeigen, in denen sich missionarische und soziale Aufgaben ergänzen und im Alltagsgeschehen der Ortsgemeinden verträglich umsetzen lassen. Dagegen spricht aus meiner Sicht, dass gerade dieses Anliegen in der Adventgemeinde schon immer vorbildlich gelingt und keiner Änderung bedarf und dass Prof. Reimers Ideologie nicht die Integration sozialen Engagements beinhaltet, sondern das Umsetzten sozialer Projekte die bisherige Missiologie vollständig ersetzen soll. Entgegen Reimers gelegentlicher Beteuerung, lediglich eine Verhältnisbestimmung zu artikulieren, geht es im Endeffekt in der Transformationstheologie um eine völlig umgewandelte Sicht- und Lesweise biblischer Texte hin zu einer unbiblischen Missiologie. Was sind des Kaisers neue Kleider wert, wenn darunter das schmutzige Kleid verborgen ist, das man die Menschen nicht mehr auszuziehen lehrt und von dem es im Römerbrief im 3. Kapitel heißt:

“Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer. 11 Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage. 12 Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer. 13 Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich. Otterngift ist unter den Lippen; 14 ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. 15 Ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen;16  auf ihren Wegen ist eitel Schaden und Herzeleid, 17 und den Weg des Friedens wissen sie nicht.  18 Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.”  19 Wir wissen aber, dass, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf dass aller Mund verstopft werde und alle Welt Gott schuldig sei; 20 darum dass kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.21 Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart und bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. 22 Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christum zu allen und auf alle, die da glauben. 23 Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, 24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Jesum Christum geschehen ist.”

Ich betone nochmal: Der emergente Anspruch ist in der Arbeit von Dr. Sebastian nicht ausformuliert, aber er ist eingeleitet. Aus der Sicht einer Transformation der bisherigen Missiologie ist damit vom geraden Weg, der die Verkündigung der Kernbotschaft, also die Erlösung von Schuld und Sünde beinhaltet und die mit nichts anderem interpretierbar ist, deutlich abgewichen worden. Heilsrelevanz und soziales Handeln sind nicht gleichbedeutend, sondern soziales Handeln hat sich grundsätzlich der Heilsbotschaft, dem Evangelium von Jesus Christus zu unterordnen. Der Anspruch dieser Arbeit ist die Mediation, also die Vermittlung des ganzen Evangeliums alten und neuen Testamentes. Die Frage, wie Mission in der Jetztzeit wieder eine Breitenwirkung entfalten kann, ist legitim. Eine Transformation in die Lebenswelt der Menschen ist zulässig, ohne Frage. Aber dennoch ist die Frage zu stellen: Was ist eine ganzheitliche Mission und wie kann sie erfolgreich umgesetzt werden? Beschränkt sich die Vermittlung des Heils nicht auf die Beziehung des Menschen zu Gott, sondern muss die Lebenswelt des Menschen mit in das Heilsgeschehen einbezogen werden wie Dr. Sebastian in seinem Ausblick am Ende seiner Promotion feststellt, oder ist es nicht so, dass man Hindernisse in der Lebenswelt der Menschen beseitigt, damit er in eine lebendige Beziehung zu Gott treten kann, die ihn rettet und zum ewigen Leben führt? Braucht unser gutes altes Evangelium tatsächlich eine Integration heutiger sozialer Aspekte, damit sich die Menschen auf die Missiologie eines Johannes des Täufers besinnen, die darin bestand die Menschen zu beschwören: Kehrt um, tut Buße, ändert euer Leben, richtet es auf Gottes Wort aus – oder führt nicht gerade dieser Gesinnungswandel dahin, dass man gerade eben hieraus auch zu einer bibeltreuen sozialen Verantwortung findet? In meiner Tätigkeit als Seelsorger ist genau dies mein Alltagsgeschäft. Aber noch nie habe ich erlebt, dass durch mein soziales Engagement allein jemand Christ wurde. Es war immer legitimes Hilfsmittel, um Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen. Die emergente Ideologie will soziales Handeln und negiert gleichzeitig die Notwendigkeit, jeden einzelnen Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen. Sie bezeichnet das als verfehlte Missiologie. Jedoch entlarvt sie sich selbst als Irrlehre, weil sie definitiv von Gott wegführt.

Die Promotion von Dr. Sebastian fördert diese Irrlehre definitiv nicht, aber sie leitet in die Denkweise der emergenten Ideologie ein. Durch die Integration in die ACK, in deren Mitgliedsdenominationen man vielfach auf emergentem Weg schon wesentlich weiter ist, färbt sich auch der Adventismus allmählich ein. Es gibt vielerlei Belege, aus denen das deutlich wird, die den vorsichtig kritischen Überlegungen von Dr. Sebastian bereits vorauseilen. Dabei gehe ich davon aus, dass viele Adventisten das nicht einmal selbst bemerken. Man übernimmt einfach den Sprachgebrauch und identifiziert sich mit der strategischen Logik, versäumt aber, anhand der Bibel den Wahrheitsgehalt zu prüfen. An einigen wenigen Beispielen möchte ich das Problem deutlich machen. Dr. Sebastian rief mich an und teilte mir mit, dass er die Natürliche Gemeindeentwicklung nach Christian Schwarz auch in Lübeck einführen wolle. Da er mich als Mitarbeiter gewinnen wollte, habe ich ihm in einem persönlichen Gespräch meine Bedenken erläutert. Seine Antwort war dann, er sei Pragmatiker. Pragmatismus bezieht sich auf das Machbare, nicht aber unbedingt auf das, was uns Gottes Wort aufträgt. Wenn uns die Bibel auffordert, am Wort zu prüfen, dann muss die Umsetzung immer hinter der Wahrhaftigkeit zurückstehen. Daher erwiderte ich, dass ich leidenschaftlicher Apologet bin, mich also der Verteidigung des Wortes Gottes verschrieben habe, wozu ich mich in meiner Eigenschaft als Seelsorger verpflichtet sehe. Mir scheint im Pragmatismus auch die Überzeugung zu fehlen, dass Gott seine Gemeinde selbst baut. Von daher kann unser Pragmatismus schnell an der Sache vorbeigehen. Leider zählen Sachargumente nicht, wenn man unter Erfolgsdruck steht. So lief sowohl das Argument, dass die Mitteldeutsche Vereinigung in den letzten 30 Jahren fast 40% ihrer Mitglieder verlor und das vermeintliche Heilmittel NGE keinen Erfolg brachte ebenso ins Leere wie das Argument, dass dieses Programm für die Gemeinde sehr teuer sei. Zu letzterem wurde mir erklärt, dass die Vereinigung das Projekt finanziell unterstützt. Das Problem mit der Gemeinde-wachstumsbewegung ist also definitiv nicht erkannt.

In medialen Veröffentlichungen und Kundgebungen in der Gemeinde wird die schleichende Indoktrination hör- und lesbar. So schreibt beispielsweise der Vorsteher der Hansa – Vereinigung, Dr. Heinz-Ewald Gattman in einem Kalenderblatt vom 23. April 2013 über das Thema “Streit in der Gemeinde” Folgendes.

“Streit zerteilt die Gemeinde und zerreißt gleichzeitig Christus, deren Haupt. Deshalb sagte Jesus seinen Jüngern, woran die Welt sie als seine echten Nachfolger erkennen würde: Nicht an der rechten Lehre, sondern daran, wie liebevoll sie miteinander umgehen. Vielleicht nehme ich mich einfach mitunter zu wichtig, wenn ich meine, die alleinige Deutungshoheit in religiösen Fragen zu haben, während der andere nur falsch liegen kann, wenn er nicht meiner Meinung ist.”

Natürlich will Gott keinen Streit unter seinen Kindern. Aber es ist nicht gerechtfertigt, Lehraussagen gegen das Liebesgebot auszuspielen. Gottes Wort ist immer vom Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift zu verstehen und Bibeltexte müssen in der Exegese immer den jeweiligen Kontext einbeziehen. Wenn ich mich auf Joh.13;35 beziehe, darf ich Joh. 13;20 nicht einfach ausblenden. Denn da heißt es:

“Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.”

Das zweifache “wahrlich” zeigt die Wichtigkeit gerade dieses Verses im Zusammenhang des Gesagten. Wenn man den Text beieinander lässt, muss man sich auch klar machen, wer derjenige ist, der von Gott gesandt ist. In Joh. 1;14 wird es uns erklärt:

“Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.”

Gottes Wort lehrt uns folglich, dass Wahrheit und Liebe untrennbar zusammengehören. Es ist sogar so, dass Liebe untereinander überhaupt erst möglich wird, wenn ich Christus in mein Leben aufgenommen habe. Damit unterliegt die Frage nach Streit unter Glaubensgeschwistern nicht allein dem Liebesgebot. Joh.13;35 weist auch noch auf einen anderen wichtigen Punkt hin: “Wer aufnimmt, so ich jemanden senden werde…” hat doch das Format, dass auch das Gesagte des anderen geprüft werden muss, ob es nicht von Gott wäre. Wer Wahrheit und Liebe auseinanderreißt, birgt womöglich sogar das Potential in sich, Irrwege zu zementieren. Man muss an diesem Punkt manchmal Gott mehr gehorchen als Menschen, und Wahrheit und Liebe sind keine Einbahnstraße, deren Straßenführung in Leitungsebenen festgelegt wird. Die Frage ist also nicht, ob ich etwas sage, sondern wie ich es sage. Und was das “Wichtig nehmen” angeht, so kann der Schuh auch andersherum nicht passen, denn auch der kann sich zu wichtig nehmen, der sich festgelegt hat und auf seiner Überzeugung beharrt.

Über Jahre höre ich immer wieder von vielen, die Einheit unter Christen suchen, dass man Diskussionen über die Lehre vermeiden müsse, da Lehre trenne. Die allgemeine Praxis geht heute dahin, dass man sich dadurch rechtfertigt, dass man Irrtümer einfach übergeht, um notwendige Diskussion zur Vertiefung biblischer Lehre aus dem Weg zu gehen. Biblisch ist das keinesfalls zu rechtfertigen. Beispielsweise fordert der Apostel Paulus wiederholt im Timotheusbrief keine anderen Lehren zu verkünden (1.Tim.1;3)  sondern sich zu nähren durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre (1.Tim.4;4), nämlich in der Lehre, die gemäß der Gottseligkeit ist zu bleiben. (1.Tim. 6;3) Er erinnert daran, “…am Vorbild der gesunden Worte, die du von mir gehört hast…” zu bleiben. (2.Tim. 1;13) In der ersten Gemeinde war Lehre substantiell wichtig, und wenn Differenzen auftraten, dann wurde darüber gesprochen. Dagegen erleben wir heute, dass überall da, wo Lehre unterbetont wird, die Liberalität sofort auf dem Fuß folgt. Eine offene Diskussion über Lehrunterschiede ist eine biblische Notwendigkeit, denn richtig durchgeführt führt sie zu einer starken Rechtgläubigkeit und zu einer sorgfältigen Entwicklung biblischen Verständnisses. Hat die Gemeinde Jesu hier Mangel, so kann die folge die Aufgabe lehrmäßiger Überzeugungen zugunsten einer nützlichkeitsorientierten Einheit sein. Die Abwertung der Bedeutung biblischer Wahrheit führt aber unweigerlich zum Verlust geistlicher Reife und geistlichem Wachstums. Daher sind Gespräche über Lehrfragen notwendig, aber sie haben ohne persönliche Angriffe zu erfolgen. Die Gemeinde Jesu braucht klare Wegweisung, damit die Liebe untereinander aufrichtig und lauter ist. Es ist schlicht eine falsche Sichtweise, die Diskussion um Lehrfragen ausschließlich aus der Sicht des “Recht haben Wollens” zu sehen.

Warum ist mir dieses Beispiel so wichtig? Weil ja gerade der “Schlachtruf” der ACK lautet: “Gott will Einheit in Vielfalt.” In dieser Überzeugung darf die Frage nach Wahrheit ja gar nicht mehr gestellt werden, weil innerhalb der ACK die kuriosesten Glaubensüberzeugungen kursieren. Das Fundament, das eigentlich Gottes Wort sein müsste, würde in der gegenwärtigen ökumenischen Konstellation so viele Irrtümer aufdecken, dass die ACK sofort auseinanderfallen müsste, wollte man es ernstnehmen und berücksichtigen. So hat man sich kurzerhand auf das Liebesgebot geeinigt ohne gleichzeitig die Wahrheitsfrage zu stellen. Daher finden wir hier das Haifischbecken, in dem sich durch die Mitgliedskirchen jede Menge emergentes Gedankengut tummelt und die gesamte Gemeindewachstumsbewegung, die man als unbiblisch einstufen muss, sich unkontrolliert ausbreitet. Die Adventgemeinde schwimmt munter in diesem Haifischbecken mit, aber die von dort ausgehende Verführung hat das Potential, schleichend und in positivem Gewand zu agieren. So kommt es denn, dass plötzlich in unseren Medien und von unseren Kanzeln Inhalte vermittelt werden, die nicht mehr vom Wort Gottes getragen sind, deren Akteure sich aber nicht bewusst sind, wie sich ihr Denken verändert, und was Verursacher dieses veränderten Denkens ist. Wenn man dann darauf aufmerksam macht und zur Antwort erhält, man solle sich nicht zu wichtig nehmen, anstatt dass der Angesprochene sich zunächst einmal im Spiegel des Wortes Gottes selbst reflektiert, dann hat das fatale Folgen für die Gemeindeentwicklung, denn die Verführung führt schleichend aber konsequent von Gott weg. Und hier sind wir  bei der Anfrage an die Emerging-Church Bewegung, die uns aus allen Windrichtungen mit ihren Inhalten begegnet und uns weismachen will, dass die Einladung von Menschen zu Jesus Christus nicht Aufgabe unserer Gemeinden, sondern ein falsches Missionsverständnis ist, und daher gegen die Umsetzung sozialer Projekte ausgetauscht werden muss. Diese Ausrichtung ist falsch, weil sie dem geschriebenen Wort Gottes diametral entgegensteht. In diesem Kontext muss man wohl auch die Predigt verstehen, die der Präsident der Siebenten Tags – Adventisten in Deutschland, Pastor Johannes Naether kürzlich in Lübeck hielt. Ausgehend von der Frage: “Was muss ich tun, damit ich in den Himmel komme?”, las er die Antwort von Jesus: “Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst”, sowie das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Was dann folgte, war aber eine rein soziologische Predigt, die den Anspruch Gott von ganzem Herzen zu lieben, nicht mit einem Wort würdigte. Der Focus lag ausschließlich auf dem Samariterdienst, der, wie vorher schon deutlich wurde, ohne die persönliche Gottesbeziehung gar nicht zu leisten ist. Naether stellte während der Predigt mindestens fünfmal die Frage an die Gemeinde: “Wie liest Du diesen Text?” – und wollte damit wohl fragen, was bringt dich wirklich in den Himmel? Diese Frage wurde durch die Predigt allerdings nicht beantwortet, denn es nicht das soziale Engagement, das berechtigte Hoffnung auf das ewige Leben bringt. Was aber bringt uns wirklich in den Himmel? Um diese Frage klar und deutlich zu beantworten, hat Jesus uns ein Gleichnis erzählt. Im Lukasevangelium Kapitel 14;16 spricht er von einem Menschen [dieser steht im Gleichnis für Gott], der ein großes Fest [dieses steht im Gleichnis für den Himmel] ausrichten will und zunächst nur gezielt Einladungen verschickt. Die Antworten sind alle niederschmetternd. Einer nach dem anderen beginnt, sich zu entschuldigen.

Der erste erklärt: »Ich habe ein Stück Land gekauft…«, der zweite: »Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft…«, der dritte: »Ich habe eben erst geheiratet. Darum kann ich nicht kommen.« Jesus beendet das Gleichnis mit dem Urteil des Gastgebers: »Denn ich sage euch, dass nicht einer jener Männer, die geladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.« (Lukas 14;24)

Daran wird deutlich, dass man den Himmel gewinnen oder verlieren kann. Der springende Punkt ist Annahme oder Ablehnung der Einladung. Geht es noch einfacher? Doch wohl nicht! Wenn einmal viele Menschen vom Himmel ausgeschlossen sein werden, dann nicht deshalb, weil sie den Weg nicht gekannt hätten, sondern weil sie die Einladung ausgeschlagen haben. Die drei im Gleichnis genannten Leute sind uns kein Vorbild, denn keiner von ihnen nimmt die Einladung an und kommt zum Fest! Findet das Fest nun nicht statt? Doch! Nach den Absagen schickt der Hausherr überall Einladungen hin. Nun werden keine Karten mehr mit Goldschnitt gedruckt. Jetzt gilt der bloße Zuruf: »Kommt!« Und jeder, der sich einladen lässt, erhält einen sicheren Platz beim Fest. Was passiert nun? Ja, die Leute kommen – sogar in hellen Scharen. Nach einiger Zeit zieht der Gastgeber Zwischenbilanz: Es gibt noch freie Plätze! Er sagt zu seinen Dienern: »Geht wieder hinaus! Ladet weiter ein!« An dieser Stelle möchte ich das Gleichnis auf uns übertragen, denn es trifft genau unsere Situation heute. Es gibt noch freie Plätze im Himmel, und Gott lässt Dir sagen: »Komm, belege Deinen Platz im Himmel! Sei klug und reserviere für die Ewigkeit! Tue es heute!« Die Rettung geschieht durch den Herrn Jesus. In der Apostelgeschichte (Kap. 2, 21) lesen wir einen sehr wichtigen Vers: »Jeder, der den Namen des Herrn [= Jesus] anrufen wird, wird errettet werden.« Das ist ein Kernsatz des Neuen Testaments. Als Paulus im Gefängnis in Philippi war, brachte er es in dem Gespräch mit dem Aufseher auf den Punkt: »Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus« (Apostelgeschichte 16;31). Diese Botschaft ist zwar kurz und knapp, aber durchgreifend und lebensverändernd. Noch in derselben Nacht bekehrte sich der Gefängniswärter zu Jesus.(105) Alles das, und damit die Kernaussage zur Beantwortung der Frage nach dem ewigen Leben, enthielt die Predigt nicht. Sie enthielt die Frage, welche von der Emergenz gestellt wird: “Wie liest Du das?” Die emergente Philosophie behauptet, wir brauchen eine andere Lesart in Bezug auf die Bibel, hervorgerufen z.B. durch die Beschäftigung mit Mystik, weil wir dadurch fähig werden, unsere bisherigen Auffassungen zu korrigieren. Dieser Anspruch ist falsch. Was wir brauchen ist einzig und allein die Wahrheit des Wortes Gottes. Die Erlösungsordnung braucht keine Korrektur, sie ist eindeutig. Sie besagt, dass durch Werke niemand gerettet wird, auch nicht durch Samariterdienste. Es geht mir weder darum, Pastor Naether anzuklagen, noch ihn zu schulmeistern. Meine Anfrage und Schlussfolgerung geht dahin, dass durch die Teilnahme an Religionsvermischung z.B. in der ACK, sich unser Denken schleichend verändert und sich in Richtung derer färbt, mit denen ich am Tisch sitze. Und das “soziale Evangelium” ist die Kernaussage der Transformationstheologie. Natürlich nehme ich die Beteuerungen aus der STA zur Kenntnis, dass man nichts mit der Emerging Church zu tun habe und ich glaube sogar, dass man damit nichts zu tun haben will. Allerdings höre und lese ich vielfach etwas anderes, auch wenn ich davon ausgehe, dass es Pastor Naether nicht bewusst zu sein scheint. Insofern kann dieses Buch ja eine Hilfe sein.

(Auszug aus dem Buch Der Adventismus in der Falle des Antichristen von Rolf Wiesenhütter)


S.Schad

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23.02 2015

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Debra Rae – Remaking America – Global Forecast 2015 (Dr. Martin Erdmann)

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Debra Rae – Remaking America – Global Forecast 2015

  • Carl Teichrib
  • Dr. Michael Coffman
  • Chuck Morse
  • etc.

Dr. Martin Erdmann reports from Greenville, South Carolina …

MErdmann-portrait2If you’d like to listen to Debra Rae’s radio / podcast show on the topic of “Remaking America. Global Forecast 2015″, you can do so at the following website on 3rd of March 2015. I can promise you, it will be a great show. You probably guessed already that I will be one of her guests. Naturally, I do not know what the other interviewees will say, but I am confident that their comments will be insightful.

 

Dear Martin,

Attached is my most recent commentary. This article (to be posted on several Internet news magazines), and my forthcoming TRUTHTalk program, feature your work. Thank you for your superior contributions to these efforts.

God bless you!

Debra Rae

www.debrarae.us

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Nuntia-Magazine: Understand the big picture …

If you are interested in theological, philosophical, and historical topics, then you will enjoy reading the Nuntia-Magazine.   Learn more


Gal2,20 “I have been crucified with Christ. It is no longer I who live, but Christ who lives in me. And the life I now live in the flesh I live by faith in the Son of God, who loved me and gave himself for me.”

Georg Huntemann: Although it is not entirely true in each case, religion without the cross intends to gain power.

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Blog of the Verax Institute:

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S.Schad

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21.02 2015

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Dominion City Haus Kreis (Dr. Martin Erdmann)

(Quelle: Dr. Martin Erdmann www.veraxinstitut.ch)

Als das Buch Der Griff zur Macht. Dominionismus – Der Evangelikale Weg zu Globalem Einfluss im November 2011 im Betanien-Verlag erschien traten Kritiker auf, die dem Autor vorwarfen, er habe ein neues Wort kreiert. In einem gewissen Sinne stimmte dieser Vorwurf, denn der Begriff “Dominionismus” ist im Duden nicht zu finden. Im englischen Sprachraum gibt es das Wort “Dominionism” allerdings schon seit Jahrzehnten. Auch wenn bestimmte Definitionen dieses Wortes nicht immer dessen eigentliche Bedeutung treffen, gibt es doch einen allgemeinen Konsens über das, was man unter diesem versteht. Deshalb entschloss sich der Autor des oben genannten Buchs den Begriff einfach ins Deutsche zu übernehmen. Im Buch selbst wird dann auf fast dreihundert Seiten erklärt, was sich hinter dem Dominionismus als eine irregeleitete Vorstellung unter manchen Christen verbirgt, die meinen, Gott habe sie dazu beauftragt, politischen und gesellschaftlichen Einfluss anzustreben bzw. auszuüben.

Ein Freund aus Österreich sandte mir das Bild eines Einladungszettels zur Teilnahme an einem Hauskreis, der in Linz in Gemeinden verteilt wurde. Es ist nicht zu übersehen, dass die Befürworter der Gesellschaftstransformation mit ihrem Anliegen des „Dominionismus“ Werbung betreiben.

Domionion_City


S.Schad

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17.02 2015

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